Presse:


Aalener Nachrichten

“... Birgit und Hansjörg Kohl vom KunsTraum zeigten sich über den Ansturm zu ihrer Veranstaltung mit dem Klezmer-Musiker Søren Thies überrascht. Und der Mann selbst ist auch eine Überraschung. Er ist nicht nur ein versierter Musiker mit fundierter Ausbildung und profunden Kenntnissen der Materie, sondern auch ein überaus sympathischer Mann mit guter Stimme. In Hamburg geboren und jetzt im besten Schwabenalter, hat er sich schon früh für jiddische Musik interessiert.

Er folgt der traditionellen Klezmer-Musik, den musikalischen Unterhaltern bei jüdischen Hochzeiten. (…) Thies hat dabei einen ganz eigenen Spielstil entwickelt, der seinem musikalischen Vortrag große Einmaligkeit verleiht. Zu jedem Lied kann er eine Geschichte erzählen und Hintergrundinformationen liefern. Dabei vollzieht er seine Reisen nach, die ihn durch ganz Europa geführt haben. Von Odessa bis Paris ist er getingelt, hat sein Geld mit Straßenmusik verdient, von Kollegen gelernt und Lieder mitgebracht.

Mit alten und neuen Melodien, die er selber schreibt, überlieferten Texten und vertonten Gedichten, gelingt es ihm immer wieder, sein Publikum zu fesseln. Traurig und Gefühlvoll, mit hintergründigem Humor und deftigen Scherzen sind die Texte in Jiddisch, über alltägliche Begebenheiten und Rituale bei Hochzeiten. In den Zugaben gibt Thies eine Kostprobe seiner Vorliebe für französische Akkordeon-Musik. Leidenschaftliche Walzer und eindringliche Chansons lassen auch diesen Abend im KunsTraum zu einem Erlebnis werden.”


Vilsbiburger Zeitung:

“... Die Kinder sind die gleichen in Paris wie in Göttingen!… Moment Mal! Was geht die Vilsbiburger (…) Göttingen an? Sie hatten doch einen Abend , der ganz im Zeichen französischer Lebensart stand und er fand im niederbayerischen Hügelland statt, aber nicht im südlichen Niedersachen. Warum also Göttingen? Nun das ist der Titel eines Chansons irgendwo im zweiten Teil des Programms von Søren Thies und es geriet unversehens zur zentralen Aussage des Abends mit Musik im Museum.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Peter Barteit hatte in kurzen Begrüssungsworten einen Bogen zur aktuellen Sonderausstellung geschlagen, die in der Kaiserzeit beginnt, als man die Franzosen noch als “Erbfeinde” zu betrachten hatte. Auch der deutsche Beutezug des Jahres 1940 sei nicht gerade geeignet gewesen, zur Verbesserung der Beziehungen beizutragen. Erst nach dem Zeiten Weltkrieg seien es junge Menschen gewesen, die sich mit positiver Grundeinstellung den Nachbarn jenseits des Rheins genähert und dort keine Erbfeinde, sondern ganz normale Leute vorgefunden hätten, eine hohe Kultur sowie sehr viel gute Musik. Einer dieser deutschen Botschafter ohne Amt sei Søren Thies gewesen.

Und dieser hat dieses Chanson von Barbara mitgebracht, die eigentlich Monique Serf hiess und in den 1960er Jahren am Göttinger Theater tätig war. Für manche Franzosen, die noch vom deutschen Großmachtgehabe geprägt waren, kam das vielleicht etwas zu früh. das räumte die Dichterin in ihrem Text selbst ein, wenn sie Søren Thies singen liess: “Das klingt freilich für manche Leute unverzeihlich. Die Kinder sind genau die gleichen in Paris wie in Göttingen. Lass diese Zeit nie mehr wiederkehren und nie mehr Hass die Welt zerstören. Es wohnen Menschen, die ich liebe, in Göttingen, in Göttingen. (…)” Und damit wussten die Zuhörer, wie sie dieses Göttingen auch in Vilsbiburg betrifft.

Natürlich waren nicht alle Stücke so eindringlich, so leise, so nachdenklich. Schliesslich gibt es da noch das Phänomen mit dem schmelzenden Namen “l'amour” - die Liebe. da ging es um die stürmischen Liebesschwüre auf den Brücken an der Seine, die nicht immer eingehalten werden, den Himmel über Paris, der für die Verliebten eine ganz besondere Farbe bekommt, die Müllerstochter aus den Pyrenäen, die einem Wanderer nur vorübergehend Widerstand zu leisten in der Lage ist, aber auch um die erkaltete Liebe, wie sie Georges Moustaki besungen hat.

Überhaupt legte Søren Thies viel Wert darauf, den zahlreichen Zuhörern die historischen und sozialen Hintergründe der französischen Musik zu erläutern. Er erzählte von den Leuten aus der Auvergne, die der Hunger in die Vororte von Paris getrieben hatte, wo deren Dudelsackweisen mit der Musik eingewanderter Süditaliener und einem Schuss Swing, den französische Zigeuner aus Amerika importiert hatten, zur Musette gerann. (…) Da griff er (…) kraftvoll in die Tasten seines Akkordeons (…) und es erklangen eigene Kompositionen wie Sommerwalzer, Schottisch, Rheinländer und Polkas. Hier konnte Thies seine grosse Musikalität ausspielen und man sah, wie das Publikum den Rhythmus aufnahm. Es hätte nicht viel gefehlt und die Damen hätten nach einigen freien Quadratmeter Ausschau gehalten, um das Tanzbein zu schwingen. (…) Der Beifall war heftig und so liessen die gutgelaunten Gäste Søren Thies nicht eher ziehen, bis er seine neueste Komposition (…) präsentierte und mit einem Schlaflied den Abend harmonisch beschlossen hatte. ”


Leine-Nachrichten:

“Auf eines ist Verlass, wenn die Alt-Laazener Immanuelkirchengemeinde zur Abendmusik einlädt: Es wird ein beeindruckendes Konzerterlebnis. Auch der Auftritt von Søren Thies am Sonnabend war grossartig. Allein mit seiner Stimme und seinem Akkordeon begeisterte Thies das Publikum in der Alten Kapelle. (…) Es ist dem Akkordeonisten und Sänger anzumerken, dass ihm diese Musik eine wahre Herzensangelegenheit ist. Sein Gesicht drückt aus, wovon die Klänge seines Akkordeons erzählen. Mal zeichnet Thies' Mimik eine tiefe Sehnsucht nach, dann strahlt er über das ganze Gesicht, während eine fröhliche Melodie durch die Alte Kapelle tanzt.

Es ist ein Wechselspiel der Gefühle, das die Zuhörer erleben. Auf der einen Seite trägt Thies die heiteren Lieder vor, die bei jüdischen Festen und auf Hochzeiten gespielt wurden. Da ist das Lied “Di Mame”, das von einer Mutter erzählt, die händeringend eine Braut für ihren Sohn sucht. Ein anderes Lied erzählt die Geschichte eines Mannes, der eigentlich in die Stadt gehen wollte, um Pferde zu kaufen. Doch lockt ihn unterwegs eine Kneipe, so dass er schliesslich bekennen muss: “Pferde hab' ich nicht gekäuft, hab' das Geld schon lang versäuft.” Das alles wird von Thies ausdrucksstark (…) gesungen und zwingt zum Schmunzeln. Aber dann sind da auch noch die anderen Lieder, die an die deutsche Vergangenheit und das grosse Leid der Juden erinnern. (…) Neben der traditionelle Klezmermusik und den vertonten Gedichten jüdischer Schriftsteller stellt Thies aber auch noch selbstgeschriebene Lieder vor, die irgendwo zwischen Klezmer und französischer Folklore ihr Zuhause haben. Auch sie begeisterten das Publikum (…).”


Frankenpost:

“Bühne und Bühnen Hintergrund sind schwarz. Schwarz gekleidet ist auch der Sechsunddreissigjährige, der mit jugendlichem Schwung sein Akkordeon ins Scheinwerferlicht schwenkt, dass das Elfenbein der Tasten und Beschläge aufblitzt - und seine Zähne beim Lachen und Singen: Mehr an Aufwand braucht's nicht bei Søren Thies, der am Freitagabend im vollbesetzten Tanzsaal zu Kaiserhammer sein “Französisches Programm” vortrug(…): Unverstellt, natürlich, ehrlich, echt und authentisch, ohne dick aufzutragen, ohne Effekthascherei. (…) Søren Thies erzählt zwanglos von seiner Cousine Edda in Südfrankreich, der er ein Akkordeonstück widmete (…). Der südeuropäische, speziell der südfranzösische Einfluss durchweht sein Programm wie der Mistral jene Gegenden. So ist es auch kein Wunder, dass er einiges von Georges Brassens bringt, wie auch von Georges Moustaki (…). Auch Charles Trenet ist vertreten, ebenso Yves Duteil. Und wenn er im Gefolge der Piaf über Paris singt, als stünde er auf (oder unter) einer Seine-Brücke so konterkariert er dies ergänzend, spiegelnd, mit einem witzigen Chanson über Göttingen, das von der selben Sonne beschienen werde wie die vorgebliche Traumstadt der Liebe. (…).”


Mainpost:

“Ein Klezmer, das war einst ein Musikant, der auf jüdischen Festen gespielt hat. Unterhaltungsmusik also. Jüdische Unterhaltungsmusik. Heute, oder spätestens seit Giora Feidman, kennt jeder den Begriff Klezmermusik. Doch dahinter verbirgt sich nur bedingt das Studium von Noten und das erlernen von Akkorden. Diese Musik wird nie zweimal gleich gespielt. man muss improvisieren können, muss Gedanken und Gefühle in seine Musik einströmen lassen, um so zu spielen, wie einst die Klezmer. Søren Thies (…) vermag das zu tun. (…) Durch Europa ist er gezogen, hat als Strassenmusikant gelernt, wie man den richtigen Rhythmus dieser Musik findet. dass er diesen Rhythmus beherrscht, bewies Thies in seinem Konzert (…). Søren Thies spielt eindringlich, gefühlvoll, technisch hervorragend. Und er vermag zu vermitteln, wie diese Musik letztlich entstanden ist. Aus Freude am Leben.”


WAZ:

“Lässig die “Quetsche” geschultert schlenderte Søren Thies am Sonntag Nachmittag in die Friedenskirche. (…) “Musette & Chansons” nennt Thies seine Reise durch die Welt dieser ganz spezifischen Musik aus dem westlichen Nachbarland. “C'est la Romance de Paris”: Gleich zu Beginn des abwechslungsreichen Programms weht zart der leichtfüssige, weiche Dreiviertel-Takt des Musettewalzers durch den Raum. Virtuose Fingerakrobatik beherrscht das “Klavier der kleinen Leute” (…) in Perfektion. Mit schöner Bariton-Stimme schickt er bekannte und weniger bekannte Lieder französischer Komponisten und Interpreten wie Edith Piaf, Georges Moustaki, (…) und vieler anderer direkt in die Herzen der angeregt lauschenden Zuhörer. (…) Von gegenwärtiger und verflossener Liebe singt er, vom Wein, von Träumen und Enttäuschungen. Vom Leben eben. (…)”


Rheinpfalz:

“... Perlen waren die einfühlsamen Vertonungen Mascha Kalékos. “Sonntagmorgen” besingt den asphaltierten Charme einer Grossstadt, und das “Einhorn und das Anderhorn” streiten hintergründig in Paderborn über ihre Identität. Die Eigenkompositionen des Liedermachers verraten seine Beschäftigung mit Folklore quer durch Europa: Da klingt viel Russisches durch, auch hie und da französische Musette oder Irish Folk. Begreiflicherweise kann die Mazurka “Salbei und Kamille” ihre polnische Verwandtschaft nicht verleugnen und immer wieder entsteht der Reiz, mitzutanzen. Nicht ohne Poesie wirkt das selbstgestrickte Liebeslied “... ich hab' dich wieder und zu lang und schwer vermisst.” Temperamentvoll quirlt “Edda”, inspiriert von einer entfernten Kusine, über die Tasten. Und als fetziges Finale zündet ein “Schlager” von Naftule Brandwein, der im New York der 30er Jahre zu den grossen Namen der Klezmer-Szene gehörte. Zum Schluss viel Beifall und etliche verkaufte CDs. Zugabe war ein weiteres Bonbon Kalékos, das in Töne gefasste Kinderlied vom “Sternanzündermann”.”


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